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Giftige Nachrichten  aus der "Umweltstadt"

Der Augsburger Wasserversorger, die "Stadtwerke Augsburg Holding GmbH" ist mit 26,67 % an der "Augsburger Localbahn GmbH" beteiligt. Diese hat im Frühjahr flächendeckend einen Großteil ihrer Gleise mit dem von der Firma "Monsanto" hergestellten glyphosathaltigen Mittel "Roundup" großzügig behandelt, um die Gleise von Bewuchs freizuhalten. Die Medien blenden den Zusammenhang zwischen den Stadtwerken und der Localbahn komplett aus. Weitere Gesellschafter sind die "Adolf Präg GmbH & Co. KG" aus Kempten und die "UPM GmbH" aus Augsburg, die, wenn sie nicht gerade durch die Localbahn Glyphosat spritzen lässt, mit Fridays-for-future-Kindern "Feigenbäume" pflanzt.

Glück: Das Localbahn-Gleis am Wasser- bzw. Naturschutzgebiet wurde nicht mit Glyphosat behandelt

Die gute Nachricht vorweg: Entgegen der in der Pressemitteilung des BUND vom 24.05.2019 aufgestellten Behauptung, die Localbahn hätte "diese Tage sogar in Augsburgs ... Schutzgebieten sehr großzügig Glyphosat auf ihren Bahntrassen ausgebracht", konnte ich keine eindeutigen Beweise dafür finden. Im Gegenteil, auf der einzigen Strecke, die am Wasser- und Naturschutzgebiet Siebentischwald entlang führt, befindet sich ein abgestellter Zug inmitten von Bewuchs. Ein Zeichen dafür, dass die Strecke ohnehin nicht genutzt wird und hier schon lange nicht mehr - durch was auch immer - der Bewuchs entfernt wurde. Anders sieht die Sache in verschiedenen Naherholungsgebieten Augsburgs aus, dort wurden mehr oder weniger flächendeckend die Gleise großzügig mit Glyphosat behandelt, so z.B. in den Wertachauen, durch die die Gleise laufen. Verschiedene öffentliche Treffpunkte wie z.B. der Kinderspielplatz in der Inneren Uferstraße oder das Familienbad am Plärrer, die sich in unmittelbarer Nähe der Gleise befinden, hinderten die Augsburger Localbahn nicht daran, das von der WHO als "wahrscheinlich krebserregend" eingestufte Herbizid auch in diesen sensiblen Bereichen anzuwenden. Verschiedene Medien, u.a. die Augsburger Allgemeine, blenden den Zusammenhang zwischen den Augsburger Stadtwerken als Wasserversorger, der auf seiner Website damit wirbt, dass Glyphosat im Augsburger Trinkwasser "nicht nachweisbar" ist, und auf der anderen Seite die Glyphosat in großen Mengen anwendende Augsburger Localbahn, an der die SWA zu 26,67 % beteiligt ist, komplett aus. "Ganz anders sieht man das bei den Augsburger Stadtwerken. Dort kommen weder Glyphosat noch sonstige Herbizide oder Spritzmittel zum Einsatz" heißt es dort in diesem Artikel von Eva Maria Knab. Theoretisch hätte sie den Zusammenhang innerhalb weniger Minuten "ergoogeln" können, hat sie doch ansonsten gut recherchiert und mit allen Stellen gesprochen. Nein, sie legt noch nach.

Unabhängig von der irreführenden Berichterstattung stellt sich die Frage, ob es nicht ein Widerspruch in sich ist, wenn eine Stadt, die von Kleingärtnern fordert, kein Glyphosat zu verwenden, gleichzeitig Unmengen dieses Totalherbizids durch städtische Tochterfirmen und/oder Beteiligungsgesellschaften quasi über das gesamte Stadtgebiet ausbringen lässt. Vor wenigen Jahren habe ich sogar den Hausmeister der WBG (Wohnbaugruppe), eines weiteren 100%igen Beteiligungsunternehmens der Stadt Augsburg, dabei erwischt, wie er in unzulässiger Weise Roundup am städtischen Obdachlosenheim in der Johannes-Rösle-Straße auf versiegelten Flächen ausgebracht hat, was zu großen Problemen führen kann, wenn dieses Mittel durch die Kanalisation in die Kläranlage gespült wird. Das stellt einen Verstoß gegen das Pflanzenschutzgesetz dar. Leider musste ich den Hausmeister wegen seiner Uneinsichtigkeit anzeigen, jedoch weiß ich nicht, was inzwischen aus dieser Anzeige geworden ist. In Bayern nicht verboten ist hingegen der Einsatz von Glyphosat bis an die Böschungsoberkante von Fließgewässern. Von dieser Regelung hat die Localbahn an einigen Stellen Gebrauch gemacht. Obwohl es nicht verboten ist, darf diese Regelung durchaus als sehr zweifelhaft bezeichnet werden, denn es besteht Gefahr, dass bei Regen von der Böschungsoberkante Glyphosat in den Fluss gespült wird mit noch mehr oder weniger unbekannten Auswirkungen auf Flora und Fauna der Gewässer. Angesichts der flächendeckenden Ausbringung glyphosathaltiger Mittel in Flussauen, Naherholungsgebieten, an Spielplätzen, Schwimmbädern, und entlang von Wohnbebauungen stellt sich die Frage, wie lange es noch braucht, bis das im gesamten Stadtgebiet verteilte Glyphosat letztendlich über die Bewegungen des Grundwassers braucht, um bis in die Wasserschutzzone des Siebentischwaldes zu gelangen. Bis diese Frage beantwortet ist, wird es in Augsburg leider wohl auch weiterhin noch einige Jahre lang heißen:

Vorne wahrscheinlich krebserregendes Glyphosat, hinten spielende Kinder (Spielplatz Innere Uferstraße)

Sind Sie dafür, dass städtische Beteiligungsgesellschaften auch weiterhin Glyphosat im Stadtgebiet ausbringen?

  Ja   Nein   Mit strengeren Auflagen: Ja

Ich habe zum Sachverhalt Fragen an die WBG und die Localbahn geschickt und werde weiterhin darüber berichten sowie ggf. den Artikel ergänzen.

Update 17.07.2019:

Die Wohnbaugruppe Augsburg hat mir geantwortet. Immerhin "darf" man mir "mitteilen, dass sich unser Unternehmen in allen Bereichen an geltendes Recht und Gesetz hält." Was das jetzt genau bedeutet, kann im Hinblick auf den Einsatz von u.a. Glyphosat jeder ganz privat für sich selbst beurteilen.

Übrigens waren die Fragen detaillierter als die Antwort:

1.) Was ist aus meiner Strafanzeige geworden? Sind entsprechende (auch disziplinarische) Konsequenzen gezogen worden?
2.) Wird von der WBG weiterhin Glyphosat (Roundup) verwendet? Wenn ja, welche Mengen werden ca. pro Jahr verbraucht?
3.) Verwendet die WBG auch andere gefährliche Stoffe, wie z.B. nikotinoidhaltige Mittel? Wenn ja, in welcher Menge?
4.) Welche Maßnahmen sind ergriffen worden, um die illegale Anwendung von Spritzmitteln aller Art zu unterbinden?

Update 22.07.2019

Nachdem ich vor einer Woche eine EMail an die Localbahn geschickt hatte, bekam ich bisher leider noch keine Antwort auf meine Fragen, die ich hier noch einmal öffentlich wiederholen möchte (Frage 1 bezieht sich auf die Strecke entlang des Natur- bzw. Wasserschutzgebietes Siebentischwald):

1.) Wird diese Strecke auf lange Sicht stillgelegt bleiben und wird dort auch künftig kein u.a. Glyphosat verwendet?
2.) Welche Menge benutzt Ihr Dienstleister pro Jahr und sind auch andere Mittel außer Glyphosat (Menge) im Einsatz?
3.) Werden Sie auch künftig bis zur direkten Böschungskante von Fließgewässern (Wertach) Ihre Herbizide einsetzen?
4.) Welche Überlegungen haben Sie langfristig zu diesem Sachverhalt angestellt, auch im Hinblick auf ein Verbot?
5.) Werden auch künftig Strecken mit angrenzenden (z.B.) Spielplätzen, Kleingärten oder Wohnhäusern gespritzt?

Falls ich wider Erwarten doch eine Antwort erhalten sollte, werde ich diese umgehend hier einstellen.

Update 13.09.2019

Auch der Bayerische Rundfunk hat keine Lust, über die Beteiligung der SWA an der Augsburger Localbahn zu recherchieren. Im folgendem Video ist die Localbahn ein Privatunternehmen. Außerdem ist vergessen worden, dass Christine Kamm die Parteikollegin "unseres" "Grünen" Umweltreferenten ist, der bei der Glyphosat-Aktion einer städtischen Beteiligungsgesellschaft mindestens weggeschaut hat. Hier geht's zum Video des BR: ---> https://www.youtube.com/watch?v=j9-OYy9G8oc

Ein weiterer Artikel eines Glyphosatverharmlosers ist in der Zwischenzeit hier erschienen: ---> hier klicken

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Hier noch einige Bilder & Videos zum Glyphosateinsatz durch Beteiligungsunternehmen der Stadt Augsburg:

Im Innenhof der WBG Rosenaustraße hinterlassene Strassenmalkreide-Hinweise an den dortigen Hausmeister sowie an die Bewohner nach meiner Anzeige  vom 25.08.2015 (Bild oben und rechts oben)

Im Hintergrund: Spielbereich und Liegewiese des Plärrerbads; Vorne: Gift bis kurz vorm Zaun

Bis kurz vor der Böschung ausgebracht: "Unkraut"vernichter Glyphosat an unserem Fluss, der Wertach

Damit die Kleingärtner doch noch Glyphosat schnuppern dürfen: Großzügig ausgebrachte Giftbrühe

Es darf bezweifelt werden, ob das Glyphosat langfristig an diesem Schild Halt machen wird


Video "Die Zerstörung der CSU." vom 17.06.2019

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